Archiv für den Monat: Februar 2016

Obazda ist geschützte geografische Angabe

 17. Februar 2016

Bayerische Käsezubereitung.

Der bayerische Obazda oder Obatzter ist eine Käsezubereitung aus 40 bis 60 Prozent Camembert und/oder Brie, wahlweise zusätzlich Romadur und/oder Limburger, Frischkäse, Butter, Kümmel, Paprika sowie weiteren Gewürzen und Gewürzextrakten, Zwiebeln und Salz. Darüber hinaus darf die Zubereitung auch Rahm, Molkeneiweiß und Bier enthalten.

Der Rahm senkt den Fettgehalt und dient so der Bekömmlichkeit, zugleich wird das Produkt streichfähiger. Der Zusatz von Molkeneiweiß erhöht den Proteinanteil, sodass es beim Erwärmen nicht zum Ausölen kommt. Bier rundet den Geschmack ab. Das Endprodukt muss mindestens zur Hälfte aus Käse bestehen. Die Zutaten werden zu einer homogenen Masse vermischt und bis zur gewünschten Stückigkeit zerkleinert. Die Verarbeitung aller Zutaten muss in Bayern erfolgen. Der Zusatz von Konservierungsstoffen und Verdickungsmitteln ist nicht erlaubt. Industriell hergesteller Obazda wird zur Haltbarmachung einer Wärmebehandlung unterzogen. Obazda aus handwerklicher Produktion ohne Wärmebehandlung ist nur wenige Tage haltbar.
Der Obazda als typisch bayerische Spezialität blickt auf eine 150-jährige Tradition zurück. Er gilt als fester Bestandteil der bayerischen Brotzeit und Biergartenkultur. Da Camembert und Brie wegen der fehlenden Kühlmöglichkeiten früher rasch einen hohen Reifegrad erreichten, erfanden die bayerischen Gastwirte den Obazda, um auch überreifen Weichkäse noch verwerten zu können.

Quelle: 15-09-2015 Ernährung im Fokus